Volkswirtschaftliche Fakultät
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Nachricht des Dekans: 02-2021

Nachricht des Dekans an die Studierenden zur aktuellen Situation

05.02.2021

Quo usque tandem abutere, Corona, patientia nostra? Quam diu etiam furor iste tuus nos eludet?”

Die (leicht angepassten) Eröffnungszeilen von Ciceros Reden gegen Catilina haben mich in der letzten Zeit häufiger beschäftigt. Weil ich mich, wie viele andere auch, oft frage, „wie lange diese Pandemie unsere Geduld noch strapazieren und uns verhöhnen wird?“ Obwohl wir weitere schwere Monate mit Einschränkungen und bedrückend hohen Infektionszahlen hinter uns haben, habe ich das Gefühl, dass es einen Lichtblick gibt. In Bezug auf das Universitätsleben haben sich, soweit ich das beurteilen kann, alle dem virtuellen Unterrichtsformat angepasst. Wenngleich mir die verpasste Campuserfahrung, insbesondere für unsere Erstis, immer noch sehr leidtut, bin ich zuversichtlich, dass wir dieses Semester noch erfolgreicher als das letzte abschließen werden.

Prüfungen

Eine Sache, die Sie sicherlich aktuell beschäftigt, sind die anstehenden Prüfungen. In diesem Prüfungszeitraum werden wieder keine Prüfungen vor Ort stattfinden, stattdessen werden wir die mittlerweile etablierten Online-Formate verwenden. Insofern kann ich Sie beruhigen. Während es im Sommersemester einige, in Anbetracht der Lage kleinere, Probleme mit den Prüfungen gegeben haben mag, haben unser ISC und die Fakultät die Lehren aus diesen Erfahrungen gut genutzt. Dieses Mal sind wir noch besser vorbereitet! Im Dezember, fanden bereits einige midterm Prüfungen statt, und das verbesserte Online-Prüfungsverfahren hat reibungslos funktioniert. Das ISC bietet aus seiner Homepage detaillierte Informationen bezüglich der Abläufe und Regularien, Erklärungsvideos und Beispielklausuren, an, um das technische Prozedere zu verdeutlichen. Bitte schauen Sie sich diese Materialien genau an, so dass Sie sich keine Sorgen über technische Probleme machen müssen und sich ganz auf die Prüfungsvorbereitung fokussieren können. Ein weiterer Punkt über den Sie sich keine Gedanken machen sollten ist, wie Sie das System überlisten können. Eine Tatsache, die meine KollegInnen und mich in der Prüfungszeit des vergangenen Sommersemesters nachhaltig verstört hatte war, dass eine ganze Reihe von Studierenden in den Prüfungen betrogen hat - und dabei erwischt wurde.

Erachten Sie das als eine Warnung. Seien Sie fair gegenüber der überwiegenden Mehrheit Ihrer KommilitonInnen, die sich an die Regeln halten. Wir werden bei Betrug kein Auge zudrücken. Wir sind – aus Erfahrung und durch die Anschaffung zusätzlicher IT-Tools – sehr gut darin, Täuschungsversuche zu erkennen, und diese haben Konsequenzen: Nachgewiesene Täuschungsversuche werden in Ihrem Notenauszug vermerkt und in schweren Fällen werden WiederholungstäterInnen aus ihrem Studiengang exmatrikuliert.

Regelstudienzeit

Wie Sie vielleicht schon gehört haben, hat der Bayerische Landtag beschlossen, die Semesterzählung auch für dieses Wintersemester auszusetzen. Die Frist zum Bestehen Ihrer Prüfungsleistungen wurde also um bis zu zwei Semester verlängert. Neben der in der jeweiligen Prüfungs- und Studienordnung festgelegten Regelstudienzeit gilt für die im Sommersemester 2020 und/ oder Wintersemester 2020/21 immatrikulierten und nicht beurlaubten Studierenden eine um ein bzw. zwei Semester verlängerte individuelle Regelstudienzeit. Damit verlängert sich auch die maximale Dauer, für die Sie BaföG Förderung erhalten können.

Ausblick

Leider machen mir auch die aktuellen Statistiken keine Hoffnung auf Präsenzlehre im Sommersemester. Während ich auf der einen Seite zuversichtlich bin, dass viele liebgewonnene Aspekte unseres täglichen Lebens zurückkehren werden, erscheint es, zumindest für die nächsten Monate, weiterhin eine schlechte Idee, viele Personen auf engem Raum, wie beispielsweise einem Hörsaal, zu versammeln. Daher wird in diesem Sommer unser drittes „virtuelles“ Semester stattfinden.

Wir bedauern das sehr! Die enge Interaktion zwischen WissenschaftlerInnen und Studierenden ist die Essenz des universitären Lebens. Für die meisten von uns gehört sie zu den Hauptgründen, eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Daher freuen wir uns schon sehr auf die Rückkehr zu regulären Treffen vor Ort. Aber diese Zeit ist leider noch nicht gekommen. Nicht nur die Präsenzlehrveranstaltungen bleiben ausgesetzt, sondern leider auch alle anderen Veranstaltungen und Feiern. Während im letzten Jahr diese Veranstaltungen gänzlich ausfielen, haben wir uns für dieses Jahr vorgenommen, Formate zu wählen, die es uns ermöglichen den Zweck der ursprünglichen Veranstaltung beizubehalten. Halten Sie also in den kommenden Wochen und Monaten Ausschau nach E-Vites zu akademischen Zeremonien und Abschlussfeiern.

Psychische Gesundheit

Bevor ich abschließe, lassen Sie mich mein „ceterum censeo“ anfügen: Mir ist durchaus bewusst, dass die angespannte Situation, die räumliche Enge und manchmal auch materielle Sorgen zu erheblichem Stress und Ängsten geführt haben können. Geben Sie ihrer psychischen Gesundheit den Vorrang und achten Sie gut auf sich. Sollten Sie sich mit der Situation überfordert fühlen, zögern Sie nicht, Hilfsangebote wahrzunehmen. Beispielsweise, bietet das Studentenwerk ein Beratungsangebot an. Wir sollten aber in diesen Zeiten auch allgemein gut aufeinander achtgeben. Seien Sie achtsam, bieten Sie Hilfe an und unterstützen Sie Ihre Freunde, KommilitonInnen und ihre KollegInnen. Achten Sie auf Anzeichen von Stress und fördern Sie Ihr psychisches Wohlergehen.

Achten wir darauf, dass wir gut aufeinander aufpassen. Eine Hilfestellung dazu bietet beispielsweise der Neujahrs-Newsletter, welchen wir vor Kurzem verschickt haben.

“Once more unto the breach, dear friends, once more (Henry V; Shakespeare)”

Bis jetzt haben wir uns in einer sehr herausfordernden Zeit recht gut geschlagen. Ich hoffe, dass es uns durch fortgesetzte Bemühungen, guten Willen und gegenseitiges Verständnis weiterhin verhältnismäßig gut ergehen wird. Ich freue mich aufrichtig auf den Tag, an dem es uns die äußeren Umstände erlauben, die Aspekte des Universitätslebens wiederzubeleben, die wir alles so schätzen – Wissen zu generieren und zu teilen durch persönlichen Austausch und konstruktive Diskussionen. Ich, wir, freuen uns sehr darauf, Sie alle wieder zu sehen! Bis dahin, bleiben Sie gesund!

Florian Englmaier, Dekan der Volkswirtschaftlichen Fakultät