Volkswirtschaftliche Fakultät
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Nachricht des Dekans – zum Start des Sommersemesters 2021

Nachricht des Dekans an alle Studierende der Volkswirtschaftlichen Fakultät bezüglich der Corona Krise im Sommersemester 2021

15.04.2021

Liebe Student:innen,

Zuallererst hoffe ich von Herzen, dass Sie, Ihre Familie und Ihre Freunde wohlauf sind und diese schwierigen Zeiten weiterhin mit der Stärke meistern, die Sie im letzten Jahr unter Beweis gestellt haben. Zweitens heiße ich Sie ganz herzlich willkommen zurück zum Sommersemester!

„Ah! Es gibt nichts Schöneres als zu Hause zu bleiben, um sich wirklich wohl zu fühlen.“ – so wird Jane Austens Emma geraten. Im nun dritten virtuellen Semester klingt dieser Ausspruch wohl zunehmend zynisch, doch weiter heißt es: „Es ist viel ratsamer, sich zu einem angemessenen Grad in der Welt zu tummeln.“ Leider bedeutet der „angemessene Grad“ in Pandemiezeiten, daheim zu bleiben – und ich hoffe sehr, dass Sie dem ersten Teil von Austens Ratschlag noch zustimmen können. Zumindest zeitweise.

Das Anlaufen der Impfkampagne und der anstehende Frühlingsbeginn sorgen jedoch allmählich für bessere Aussichten und das Licht am Ende des Tunnels ist deutlich erkennbar. Trotz alledem dürfen wir uns nicht in falscher Sicherheit wiegen. Wir befinden uns nach wie vor in einer schwierigen Phase der Pandemie und die Umstände erfordern besonders vorsichtiges und verantwortungsbewusstes Handeln.

Es gibt leider keinen Anlass, auf ein bevorstehendes Ende der Online-Lehre im Sommersemester zu hoffen. Bedenken Sie dies, wenn Sie Meldungen anderer Universitäten und der entsprechenden Berichterstattung in der Presse begegnen. Wir werden in der nahen Zukunft nicht mit Hilfe sogenannter „intelligenter Teststrategien“ in die Hörsäle zurückkehren können.

Lassen Sie mich Ihnen hierzu ein wenig Kontext geben. Wir hatten in der Tat im vergangenen Jahr auch an der LMU Präsenzlehre in verschiedenen Formaten. Diese erstreckten sich aber nur auf solche Veranstaltungen, die nicht digital abgehalten werden können, wie zum Beispiel Laborkurse in den Lebenswissenschaften. Für die Sozialwissenschaften ist dagegen das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Präsenz- vs. Online-Lehre deutlich ungünstiger: Auch wenn wir der Online-Lehre zutiefst abgeneigt sind, können wir sie verhältnismäßig einfach umsetzen – anders als manch andere Wissenschaften, die auf Einrichtungen vor Ort angewiesen sind.

Zudem sind Universitäten – nachvollziehbarerweise – von niedrigerer Priorität als Krankenhäuser, Schulen, viele Arbeitsplätze und wahrscheinlich auch kulturelle Institutionen, was eine breite Anwendung von testbasierten Sicherheitskonzepten betrifft. Sollte sich dies ändern und wir dazu in der Lage sein, Präsenzformate zu etablieren, werden wir dies sicherlich tun. Glauben Sie mir, das Lehrpersonal vermisst die Veranstaltungen vor Ort mindestens ebenso sehr wie Sie! Nichtsdestotrotz werden wir nicht unverantwortlich handeln, unbeachtet externen Drucks und im Gegensatz zu manchen – meiner Meinung nach verantwortungslosen – Beispielen, die ich in den letzten Monaten in anderen Institutionen gesehen habe.

Lassen Sie mich außerdem hinzufügen, dass wir bei der Planung unserer Lehre vor allem an die Studierenden denken. Es ist unsere oberste Priorität, ihnen verlässliche Planungen zu ermöglichen, um sicherzustellen, dass Studierende ohne Unterbrechungen ihrem Studium nachgehen können und nicht mit willkürlichen Änderungen konfrontiert werden, sobald sich die pandemische Lage kurzfristig ändert.
Beachten Sie bitte auch, dass die Corona-Regelung in der Studienordnung – z.B. in Bezug auf die Regelstudienzeit – die wir für die letzten beiden Semester verabschiedet haben, auch auf dieses Sommersemester erweitert wurde. Das nimmt doch einigen Druck aus der Situation.

Zu guter Letzt, in Anlehnung an Franklin D. Roosevelts Worte anlässlich seiner ersten Amtseinführung, „[...] lassen Sie mich versichern, ich bin der festen Überzeugung, dass die einzige Sache, die wir zu fürchten haben... die Angst selbst ist – namenloser, irrationaler, unbegründeter Schrecken, der jegliche Anstrengungen lähmt, die erforderlich sind, um Rückzug in Fortschritt zu verwandeln.“ Auch wenn dies nach wie vor schwierige Zeiten sind, kann ich deutlich ein Ende dieser Zerreißprobe vor uns sehen. Vorausgesetzt der Impffortschritt wird nicht durch neue Mutationen zunichte gemacht, bin ich zuversichtlich, dass wir zum Wintersemester zu einem Großteil unserer Präsenz-Lehre zurückkehren können.

Lassen Sie uns diesem Weg folgen. Lassen Sie uns weiter zusammenarbeiten und dabei gegenseitiges Verständnis für unsere Mühen und Probleme aufbringen, damit wir es auch durch diesen hoffentlich letzten Abschnitt der Pandemie schaffen, bis wir uns wieder „in der Welt tummeln“ können.

Passen Sie auf sich auf!

Florian Englmaier,
Dekan der Volkswirtschaftlichen Fakultät