Volkswirtschaftliche Fakultät
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Nachricht des Dekans: Corona Krise

Wichtige Information des Dekans an alle Studierenden der Volkswirtschaftlichen Fakultät anlässlich der Corona-Krise

15.04.2020

Liebe Studierende der Volkswirtschaftlichen Fakultät,

zunächst die mir wichtigste Botschaft: Ich hoffe, Sie und die Ihren sind wohlauf und gesund! Wir erleben gerade wirklich beunruhigende Zeiten und ich hoffe, dass wir durch die durchaus drastischen Maßnahmen, die wir derzeit erleben, die Krise erfolgreich bewältigen können.

Der Präsident der LMU, Professor Bernd Huber, hat sich letzte Woche mit einer Botschaft an Sie gewandt. Ich denke, dass es jetzt auch fakultätsseitig wichtig ist, unseren aktuellen Informations- und Planungsstand mit Ihnen zu teilen:

Zunächst möchte ich betonen, dass wir alle relevanten offiziellen Informationen, die wir erhalten, so schnell wie möglich an Sie weitergeben, uns aber auch auf zentrale Informationsplattformen beziehen. Ihr erster, wichtiger Schritt bei der Informationsbeschaffung sollte daher immer das Corona-Informationszentrum der LMU sein:

https://www.uni-muenchen.de/aktuelles/corona_informationen/index.html

Informationen zu bestimmten organisatorischen Aspekten Ihres Studiums (Fristen, maximale Schreibzeiten, Einreichung von Abschlussarbeiten, usw.) werden auf der ISC-Website laufend aktualisiert:

https://www.isc.uni-muenchen.de/pruef_org/index.html

Was dort steht, ist offiziell und was offiziell ist, wird dort gesammelt.

Während wir uns noch mitten in der Krise befinden, ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, wie wir die kommenden Herausforderungen bewältigen können.

Ich werde hier nicht auf die aktuellen Regeln für das Verhalten und die Bewegung im öffentlichen Raum eingehen, da ich davon ausgehe, dass Sie alle davon Kenntnis haben. Diese Regeln werden, wie den aktuellen Äußerungen zu entnehmen ist, auch bis mindestens zum Ende der Osterferien, d.h. dem 20. April, dem Beginn der Vorlesungszeit, in Kraft bleiben, wahrscheinlich auch darüber hinaus.

Das bringt mich zu dem Thema, das wahrscheinlich viele von Ihnen beschäftigt: Was wird im Sommersemester in Bezug auf die Lehre passieren?

Zunächst ist ganz klar, dass das Sommersemester "stattfinden wird". Dies bedeutet jedoch mit Sicherheit nicht, dass es "business as usual" geben wird (mehr unten). Es reflektiert nur die grundsätzliche Entschlossenheit, dass auch von den Hochschulen erwartet wird, Lösungen für die vor uns liegenden Herausforderungen zu finden und ihre „Dienstleistungen" unter den gegebenen Umständen bestmöglich zu erbringen. Diese Entschlossenheit teilen wir.

Bedenken Sie bei der Beurteilung der Situation immer Folgendes: Dies ist eine außergewöhnliche Situation - und das weiß jeder. Regeln und Vorschriften, die für normale Zeiten festgelegt wurden, sind für diese Situation nicht geeignet. Wir müssen kreative Lösungen für ein breites Spektrum von Problemen finden. Das bedeutet NICHT, dass jetzt keine Regeln mehr gelten und „alles geht“, sondern dass wir Lösungen finden müssen, die der großen Zahl an Einflüssen, Problemen und Beschränkungen gerecht werden.

Wenden wir uns nun der Organisation des Sommersemesters zu. Wie bereits gesagt, es weiß derzeit niemand genau, welches Szenario sich in der mittleren Frist abspielen wird. Obwohl es durchaus möglich ist, dass wir im Laufe des Mai zu den Standard- Präsenzformaten in kleineren Veranstaltungen zurückkehren können, ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir während des Sommersemesters für größere Veranstaltungen Standard-Präsenzformate anbieten werden können. Auch werden sicher für Risikogruppen unter studierenden und Dozierenden noch bis auf weiteres spezielle Sicherheitsvorkehrungen gelten.

Vor diesem Hintergrund haben wir uns deshalb jetzt entschlossen, durchgängig alle Veranstaltungen als digitale Formate anzubieten und sind schon dabei die entsprechenden Formate zu produzieren.

Bei Formaten mit stark interaktivem Charakter, insbesondere Seminaren, hoffen wir, dass es auf Grund der kleinen Gruppen, in der zweiten Semesterhälfte möglich sein wird, dass sie in Präsenzform stattfinden. Auch bei anderen kleinen Veranstaltungen kann es, so sich die Lage entspannt, möglich sein, dass im Laufe des Semesters wieder Präsenzveranstaltungen stattfinden.

Bei der Planung aller Präsenzformate haben wir ein besonderes Augenmerk auf die speziellen Bedürfnisse von Corona-Risikogruppen.

Nähere Informationen zum Format der jeweiligen Veranstaltungen erhalten Sie über LSF. Dort können Sie spätestens zu Beginn der Vorlesungszeit auf diese Informationen zugreifen. Hier finden sie auch Informationen zur Belegung der Kurse, die wir auf Grund der besonderen Umstände nun flächendeckend einführen. Nur eine Belegung, d.h. Registrierung, durch Sie stellt sicher, dass Sie auf den relevanten Verteilern stehen und alle wichtigen Informationen, insbesondere für die virtuellen Formate, rechtzeitig erhalten.

Bei den digitalen Formaten legen wir einen Fokus auf asynchrone Formate, z.T. mit interaktiven Elementen angereichert. Dies berücksichtigt zum Einen Kapazitätsschranken auf Seiten des Münchner Wissenschaftsnetzes, zum Anderen die Situation Studierender, die nicht hinreichende Bandbreiten zur Verfügung haben, um entsprechend an synchronen (interaktiven) Formaten teilzuhaben. Auf LMU Seite laufen hier auch schon Planungen, z.B. durch die Öffnung von CIP Pools, diese Härtefälle zu unterstützen.

Wie sie inzwischen sicher wissen hat das Ministerium die Vorlesungszeit für das Sommersemester bis zum 7.8. verlängert. Das bedeutet aber nicht notwendigerweise, dass alle Kurse bis zum 7.8. laufen werden. Die zusätzlichen zwei Wochen geben uns nur die Flexibilität, weitgehend einen planmäßigen Veranstaltungsbetrieb anbieten zu können. Wir streben für unsere Fakultät an, dass die Kurse planmäßig bis zum 24.7. abgeschlossen sein werden.

Was dies für die Prüfungen bedeutet, kann ich Ihnen heute noch nicht sagen, da sich hier natürlich auch erhebliche logistische Herausforderungen ergeben, die auf Ebene der LMU koordiniert werden müssen. Es ist davon auszugehen, dass Prüfungen entweder unter Einhaltung strenger Auflagen und/oder in alternativer Form stattfinden müssen.

Generell gilt: Prüfungen, die im Sommersemester abgelegt werden, zählen, und es wird allen Studierenden dringend empfohlen, angebotene Prüfungen abzulegen, um so eine Verzögerung im Studienfortschritt zu vermeiden. Dabei wird natürlich berücksichtigt werden, dass dies krisenbedingt nicht allen möglich sein wird, sei es aufgrund ihrer persönlichen Situation oder aufgrund technischer Hindernisse.

Die Bibliotheken sind bis 19. April 2020 für den Publikumsverkehr geschlossen. Es ist davon auszugehen, dass diese Schließungen auch mit Beginn der Vorlesungszeit nicht sofort aufgehoben werden können. Es wird derzeit daran gearbeitet, das digitale Dienstleistungsangebot zu erweitern.

Lassen Sie mich noch folgendes betonen: Unser Leitprinzip bei der Bewältigung der Krise, welches unsere Entscheidungen und unser Handeln bestimmt, zielt auf die Erfüllung zweier Prioritäten: Wir wollen…

  • unseren fortgeschrittenen Studierenden ermöglichen, ihr Studium ohne Verzögerungen zu beenden und wir wollen
  • sicherstellen, dass unsere Studierenden in niedrigeren Semestern die Methodenausbildung erhalten, die sie benötigen, um ihr Studium erfolgreich abschließen zu können.

Falls wir, was wir im Moment nicht glauben, Ressourcen kürzen oder rationieren müssen, muss alles, was diese beiden wichtigen Ziele nicht erfüllt, in den Hintergrund treten. Sollte dieser Ernstfall eintreten werden wir Sie natürlich unverzüglich informieren.

Ich bitte Sie abschließend zu verstehen, dass die Beantwortung individueller Fragen einige Zeit in Anspruch nehmen wird (und denken Sie daran, dass bei vielen dieser Fragen unsere Antwort auch immer ähnlich sein wird: Wir wissen es einfach noch nicht). Wir alle sehen uns sehr herausfordernden und vielschichtigen Problem gegenüber. Insbesondere im Dekanat, der Departmentverwaltung und im Prüfungsamt sind unsere Agenden ziemlich voll. Aber seien Sie versichert, dass wirklich jeder in dieser Situation daran interessiert ist, praktikable Lösungen für die vielen Herausforderungen zu finden, denen wir gerade begegnen.

Hoffen wir, dass wir diesen Sturm gemeinsam überstehen und am Ende dadurch noch stärker und enger miteinander verbunden werden.

Bleiben Sie sicher und bleiben Sie gesund. Ich freue mich sehr auf ein baldiges Wiedersehen!

Florian Englmaier, Dekan der Fakultät